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Kreuzgang Feuchtwangen
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Tag 2 Jakobusweg Ansbach-Oberdischingen: " Auf Altwegen unterwegs " Leutershausen - Feuchtwangen

Distanz: 23 km
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Leutershausen Rathaus
Feuchtwangen Münster St. Georg

Morgens Rucksackvesper mitnehmen – es gibt keine Einkehrmöglichkeit! Wir folgen dem Salamanderweg (auch noch Storchenweg) aus der Stadt über die Altmühl, knicken links vorbei an Sachsen und dahinter rechts (ab jetzt nur Salamanderweg). Wir queren noch die Straße und umgehen den Büchelberg auf dessen Rückseite, teilweise im Wald laufend. Über mehrere Wege-Knicks kommen wir durch Röttenbach, verlassen den Ort nach links und gehen dann rechts durch Atzenhofen. Dahinter überqueren wir die Eisenbahngleise auf einer Brücke und laufen den Weg mit dem grünen Schlüsselloch wieder halbrechts ansteigend in den Wald. Zwischen dem Eichlberg und Waltersberg weiter über die Autobahn, dann rechts vorbei an einer begrünten Deponie, gleich danach links und nach 200 m rechts abwärts. Der Weg führt nach Weinberg mit seiner modernen katholischen Kirche "St. Mariä Sieben Schmerzen". Hier auf dem Vorplatz lässt es sich gut rasten, weil im Ort kein Mittagessen im Lokal möglich ist. Der Metzger schließt 13 Uhr (Dienstag Ruhetag). ALTERNATIVE: Wer in Vehlberg im "Hotel Wender" übernachtet geht in Weinberg rechts die Straße hinauf nach Vehlberg und von dort morgens den blau-weiß markierten "Main-Donau-Weg" zur Wolfsmühle.

Wir verlassen Weinberg auf der Hauptstraße Richtung Feuchtwangen, gehen ab dem Ortsende nach rechts weiter auf dem grünen Schlüsselloch. Die Strecke führt noch vor dem Wasserturm rechts abknickend zur Wolfsmühle (ab jetzt sehr gute Beschilderung des weiß-blauen Main-Donauweges bzw. des Weitwanderweges Romantische Straße) über den Wolfsberg und Hinterbreitenthann - Vorderbreitenthann und Glashofen am Waldrand entlang, dann die Staatsstraße 1066 überquerend. Beim Neubaugebiet am Ortsanfang Feuchtwangens, dem Weg genau folgend, gehen wir links an einer Umzäunung vorbei, das Gelände fällt dann auf die Feuchtwanger Innenstadt hin ab. Wer nachmittags noch Zeit und Muse hat, dem seien die Kirchen und das Fränkische Museum empfohlen.

Weinberg: Die alten karolingischen Sualafeld, Rangau und Maulachgau trafen hier an einem Stein aufeinander, welcher in der Dorfordnung 1433belegt ist. Dies entspricht noch den heutigen Bistumsgrenzen Eichstätt, Augsburg, Bamberg (bis 1817 Würzburg). Die Kirche war St. Ägidius (St. Gilles) geweiht und man nimmt an, dass frühe Jakobspilger diesen Namen hierher mitgebracht haben. 1358 wurde die Kapelle zur Pfarrkirche mit einem Ablassbrief, der bis 1601 noch in der Kirche vorhanden war. 1974/75 nach Umbau wurde auch das Patrozinium gewechselt auf die hier 1748 gegründete Bruderschaft von den Sieben Schmerzen Mariä (barocker Hochaltar). Diese Bruderschaft wurde 1759 der Erzbruderschaft im Kloster Oberelchingen eingegliedert (dort sind wir in wenigen Pilgertagen). Im Oberelchinger Mirakelbuch wird von der Heilung eines gelähmten Auracher Mädchens berichtet (1746) [1] .

Feuchtwangen: Die Abtei dürfte eine grundherrliche Stiftung aus dem 8. Jahrhundert sein. 817 berief Kaiser Ludwig der Fromme die Äbte des Reichsklosters nach Aachen. 826 sind hiesige Feuchtwanger Äbte im Reichenauer Verbrüderungsbuch genannt. Nach einer Phase des inneren Zerfalls wurde die strenge Benediktinerregel durch die lose Verbindung von Kanonikern abgelöst und 1197 stand an der Spitze ein Stiftsprobst Heinrich. Aus dem 12. Jahrhundert stammen Kirchenportal und Kreuzgang. Das Stift, das nur dem Reich u. einem bischöfl. Vogt unterstand wurde 1376 an Burggraf Friedrich V. v. Nürnberg verpfändet und ab 1446 teilten Stift u. Stadt die Geschicke der Markgrafschaft. Nach der Reformation wurde 1563 das Stift der landesherrlichen Verwaltung unterstellt - der Plan einer evangelischen Universität scheiterte.

Pilgerwesen: Das Stift besaß eine große Anzahl Reliquien. Größtes Heiligtum war der in Gold gefasste Nagel vom Kreuz Christi. Er bildete später einen Teil des Stiftswappens (nach 1300). 1353 hat gar Papst Innozens VI. das Fest des Speeres und der Nägel allgemein angeordnet, was in   Feuchtwangen längst gefeiert wurde, nämlich bereits am 12.1.1313 die Spuren des Nagels. [2] Der Zulauf von Pilgern war in dieser Zeit groß, besonders bei der Kirchweihe am ersten Sonntag nach Walburgi, der ja zugleich Reliquienfest war, wo die Stiftsreliquien dem Volk gezeigt wurden. Aus alter Zeit war die Stiftskirche mit div. Ablässen und Ablassbullen von verschiedenen Päpsten ausgezeichnet. Im Museum Feuchtwangen befinden sich zwei Hinterglasbilder von Pilgern.

[1] Gemeinde Aurach: Pfarrkirche Sieben Schmerzen Maria Weinberg, frühere St. Aegidius (ohne Datum).

[2] Schaudig, Wilhelm: Geschichte der Stadt und des eh. Stiftes Feuchtwangen, S. 37, Feuchtwangen (1927).

Wegbeschreibung

Straßenverlauf alt [1]: Die Straße von Weinberg - Dinkelsbühl muss sich weitgehend einem Altweg angeschlossen haben, der vom Obermain zunächst in das obere Altmühlbecken und dann bis Feuchtwangen und weiter nach Dinkelsbühl führte. Von dort zog er entweder zum Donauübergang bei Faimingen oder über Ellwangen nach Aalen.

Das nachfränkische Straßennetz bis zur Gegenwart: Wörnitz- und Sulzachstrasse wurden gekoppelt nach Dorfgütingen u. Feuchtwangen und weiter über Schopfloch nach Dinkelsbühl, aber hier zum Wörnitztor. Diese Richtung ist schon 1360 urkundlich als Geleit belegt [2] .

Als Stauferort hatte Feuchtwangen [3] gute Verbindung mit Dinkelsbühl, Schon 1167/68 war die Augsburger Hochstiftsvogtei in die Hand des Kaisers gekommen, er hatte damit das Vogtrecht über die Siedlung und das Kloster. Hierdurch wurde die Verbindung zwischen dem alten Reichs- und staufischen Königsortes Dinkelsbühl und dem neuen staufischen Ort Feuchtwangen enger, die Straße nach Ansbach und weiter zum Stauferzentrum Nürnberg wurde wichtiger.

Die West-Ost-Straße [4] : Desgleichen lag ein Zoll vor Segringen an der Weiterführung nach Ellwangen. Auf ihr hatten außerdem die Grafen von Oettingen das Geleitsrecht 1381, während 1460 die Brandenburger geleiteten.

[1] Funk, Wilhelm: Zur Geschichte der Verkehrswege und Besiedelung um Feuchtwangen, S. 42, 43, 51, 52, Herausgeber: Volksbildungswerk des Landkreises Feuchtwangen (1954).

[1] Hohenloher Urkundenbuch III/180.

[1] Arnold, Gerfrid: Chronik Dinkelsbühl 2, 1024-1273, Dinkelsbühl (2001), S. 99.

[1] Gluth, Paul: Dinkelsbühl, die Entwicklung einer Reichsstadt, Dinkelsbühl (1958), S. 29.