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Dinkelsbühl
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Tag 3 Jakobusweg Ansbach-Oberdischingen " Zur Drehscheibe des Pilgerns " Feuchtwangen - Dinkelsbühl

Distanz: 15 km
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Feuchtwangen Münster St. Georg
Dinkelsbühl

Dinkelsbühl: 1188 wurde burgus Tinkelsbihel im Ehevertrag zw. Konrad v. Rothenburg, Sohn Barbarossas, und der kastilischen Königstochter Berengaria erstmals urkundlich erwähnt. Der Kern um St. Georg mit dem Turmuntergeschoss von etwa 1220 ist eine der beachtlichsten Stadtsiedlungen Frankens. Der Ort lag in zentraler Lage an einer Pilgerstraße nach Rom. Die Straße ist von Norddeutschland über Würzburg, Rothenburg und dann weiter nach Augsburg bereits 1236 belegt und verband die Regionen des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation mit allen Teilen Europas. 1309 gelang es der Stadt, sich von fremdem Gerichtszwang zu befreien und ihre Autonomie auszubauen. Der erste Mauerring war Ende des 13. Jahrhunderts fertig gestellt und die wichtige Herbergspflicht nachgewiesen [1] .1282 ist in Gebsattel bei Rothenburg ein Ablassbrief ausgestellt, der das Bestehen des Dinkelsbühler Heilig-Geist-Spitales beweist, das den ersten Krankensaal in Betrieb genommen hatte. [2]

Eine spätere Stiftung des Bürgers Martin Zipfel (1477) bringt den Hinweis, nach welcher man „all elend pilgrim, die da wallen zu gottes heiligen“ herbergen solle. Ein Ablassbrief für hundert Tage für alle Personen, welche das Herbergshaus der Stadt Dinkelsbühl, in welchem arme Pilger Aufnahme finden" stammt von 1479 [3] .

Vom Fernhandel zeugen Jahrmarkt u. die Ausübung des von Kaiser Karl IV 1372 verliehenen Judenschutzes. Krönung der Stadtentwicklung ist der 1448 eingeleitete Neubau der Georgskirche.

1335 ist eine „sant jacobs messe“ (25.7.) und eine "sant Walpurga messe“ bekannt. Die Jakobsmesse entstand wohl aufgrund der St. Jakobspilgerschaft, die Hospitalkirchweih war am Sonntag nach Jakobi [4] . An der Stadtmauer (Kapuzinergasse) steht das 1622 von Bettelmönchen errichtete Kapuzinerkloster, das 1628 dem heiligen Franzikus geweiht wurde. Die wöchentlichen Gottesdienste sind an St. Georg an der Tafel veröffentlicht.

[1] Erhard, Ernst-Otto, Von der Geschichte leben, Funkfeuer Verlag (1994), S. 13.

[2] Das Heiliggeistspital zu Dinkelsbühl, 1. Auflage (1974), S. 14.

[3] Das Heiliggeistspital zu Dinkelsbühl, 1. Auflage (1974), S. 10.

[4] Arnold, Gerfrid: Chronik Dinkelsbühl 3 (2002), 1273-1369, Seite 158.

Wegbeschreibung

Der hier bestens beschilderte Main-Donau-Weg und "Romantisches Franken" verlaufen auf Straßen und geteerten Wegen noch vor der Sulzachbrücke aus Feuchtwangen hinaus zwischen einem Wohngebiet und rechtsseitig an Parkplätzen und Freigelände vorbei zur Walkmühle. Danach an einer wenig befahrenen Landstraße über Herrnschallbach nach Zehdorf. Abfallend unten im Tal in einer Rechtskurve verlassen wir rechts die Straße und gehen bald wieder links auf dem Wanderweg durch den Frickinger Wald. Nach ca. 1,5 km geht es links, immer auf dem Main-Donau-Weg bleibend an 2 Windrädern vorbei. Wir überqueren die Landstraße und gehen am hinteren Waldrand entlang, dann rechts durch Köhlau. Im Ort links, bald leicht ansteigend und dem Wanderweg folgend bis zu einer Landstraße, wo wir halbrechts einen Waldweg weiter gehen. Nach einer Allee kommen wir in freies Gelände und erblicken die Dinkelsbühler Türme, wo wir bald die Hauptstraße und Gleise (es fährt kein Zug mehr) erreichen. Wir wechseln (Vorsicht!) über die B 25 und die Wörnitzbrücke und gehen links. Durch eine parkartige Uferlandschaft erreichen wir die ehemalige Reichsstadt Dinkelsbühl. Wir kommen durch das Rothenburger Tor in den belebten romantischen Stadtkern. Im Steinhaus, dem alten Rathaus, befindet sich die Tourist-Information und das Museum.