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Cursillo Haus St.Jakobus
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Tag 9 Jakobusweg Ansbach-Oberdischingen: "Auf dem Hochsträß" Ulm-Oberdischingen

Distanz: 21 km
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Ulmer Münster
Oberdischingen Cursillo-Haus St.Jakobus

Erbach: Die Pfarrkirche St. Martin gilt als die schönste Barockkirche des Alb-Donau-Kreises [1] . Ihr bekanntestes gotisches Erbe ist die Muttergottes mit Kind (Niklaus Weckmann um 1500) und eng verbunden mit dem Kirchenneubau 1767/69. Die Stifterin, Maria Beata von Ulm-Erbach, „instituierte die jungfräuliche Muttergottes zur Haupterbin“ und testierte, dass das beeindruckende Andachtsbild an seinem Orte im Chor verbleiben solle und in einem neuen Altar komme, aber nicht anders gefasst werden dürfe. Die Fresken stammen von Fr. Martin Kuen, am Hochaltar finden wir eine Stilmischung von Spätbarock und Spätgotik, denn die Stifterin wollte das Andachtsbild, die spätgotische Muttergottes mit Kind von Niclaus Weckmann (1456 – 1527), im neuen Altar integriert haben. So steht diese gotische in sich ruhende Frau inmitten eines barocken Puttenreigens. Wir Jakobspilger werden uns auf das Deckengemälde der Heiligen Jakobus und Andreas mit ihren Insignien konzentrieren.

Im Renaissanceschloss der Herren v. Ulm-Erbach lebt heute noch die Familie im Hause. In der Eingangshalle findet sich gleich links ein muschelbesetztes asturisches Kreuz im grün-goldenen Schild der spanischen Familie von Ondarza, aus der die Gattin des Schlossherren stammt. Es wurde deren Familie durch den heldenhaften Kampf bei der Einnahme Granadas verliehen. Die Familie wurde bereits im 8. Jahrhundert beim Widerstand gegen die arabischen Eindringlinge und der Schlacht von Covadonga genannt.

[1] Lörcher-Maier, Barbara: Ulmer Kunst um lm herum (1996).

Oberdischingen wurde1148 urkundlich erwähnt, 1343 österreichisch, 1520 Belehnung der Freiherren v. Stotzingen, 1661 an die Schenk v. Castell verkauft. Franz Ludwig Schenk v. Castell (1736-1821) verdankt der Ort sein einmaliges Ortsbild in Oberschwaben. Er wurde als der Malefizschenk bekannt, weil er ein Zuchthaus einrichtete. Eine Kastanienallee, 1770 anlässlich des Brautzuges der Kaiserintochter Marie Antoinette auf dem Weg von Wien nach Paris angelegt, führt in Richtung Herrengasse. Die Häuser sind im französisch-barocken-Mansard-Stil angelegt. Die katholische Kuppelkirche „Zum heiligsten Namen Jesu“ wurde klassizistisch auf dem Grundriss eines griechischen Kreuzes angelegt. Im Inneren ein wertvolles spätgotisches Steinrelief Passion u. Auferstehung Christi von Meister Anton aus Blaubeuren. Gegenüber das dreiflügelige Kanzleigebäude von 1767. Im früheren Kavalierbau betreibt der Deutsche Orden ein Altenheim. Im Paterhaus von 1793 gegenüber der Dreifaltigkeitskapelle (1712) mit der Familiengruft der Schenk-Castell, befindet sich die „Schwäbische Jakobusgesellschaft“.

Wegbeschreibung

Die Beschilderung der Deutschen Jakobusgesellschaft führt ab dem Ulmer Münster nach Süden, beim Hotel „Ulmer Spatz“ rechts durch die Brautgasse, am Alten Rathaus vorbei nach rechts zum Schwörhaus. Es geht rechts und gleich wieder hinten links den Weinhofberg hinab. Über ein Brückchen auf die Insel, dann nach einem zweiten Brückchen links an der Fischergasse und rechts über den Saumarkt auf die alte Stadtmauer. Donauaufwärts biegen wir gleich nach dem Queren eines kleinen Kanals scharf rechts ab. Es geht den Gleisanlagen entlang, die Treppen hoch zur Zinglerbrücke in die Zinglerstraße, die die Gleise überquert und gerade auf die Martin-Luther-Kirche zu. Am Bismarckplatz erinnert das Geschwister-Scholl-Gymnasium an den Widerstand im Dritten Reich. Nach den Ehinger Anlagen nach rechts in die Beyerstraße und nach der St.-Hildegard-Schule in die Römerstraße nach links. Dann hinauf auf den Oberen Kuhberg, an diversen Schulzentren vorbei. Eine Hauptstraße wird gequert, über eine Brücke kommen wir an der alten Reichsfestung mit der KZ-Dokumentationsstelle vorbei und der Weg führt einen Kilometer nach Westen, wo er rechts zu einem Aussichtspunkt abbiegt. Dort auf dem Hochsträß nach links etwa einen Kilometer, bevor wir links nach Grimmelfingen hinab wandern.

Dort steht die seit 1463 belegte Jakobskapelle (Schlüssel im Pfarrhaus gegenüber) mit den freigelegten Wandmalereien aus dem frühen 15. Jahrhundert im Chor. Im Apostelfries an der Orgelempore findet sich auch der heilige Jakob. Unterhalb der Kirche geht der Pilgerweg nach rechts in die Schiedackergasse zum Waldparkplatz Hörnle. Auf dem geteerten Weg weiter bis nach den Industriebauten links, der SAV-Markierung ins Tal. Dort überquert der Weg den Bach auf einem Steg, dann die Kreisstraße und ansteigend den ersten Häusern von Einsingen auf der Höhe zu. Über sanfte Höhen geht es an Wernau vorbei über dem Donautal nach Erbach hinab. Dann rechts durch das Dorfzentrum und links hoch zu Kirche und Schloss auf einem letzten Ausläufer der Schwäbischen Alb. Wir kommen zur Barockkirche St. Martin, einer Gründung des frühen Mittelalters. Hinter dem modernen Pfarrhaus finden wir einen Pilgerbrunnen mit frischem Wasser.

Der Wanderweg führt am Friedhof über den Schellenberg an einer kleinen Marienkapelle vorbei. Etwas weiter nach rechts auf das Sträßchen vom Schloss Erbach nach Donaurieden. Weiter geht es zum heutigen Tagesziel: Oberdischingen, wo unser Weg von der Höhe herabkommend in die Hauptstraße mündet. Von links führt die Kastanienallee in den ehemaligen Residenzort. Über den großzügigen Marktplatz führt der Weg hinauf zur Dreifaltigkeitskirche und Pilgerherberge Cursillo-Haus St. Jakobus, dem zentralen Ort der Schwäbischen Jakobusgesellschaft, das ganz bewusst die alte Tradition der Pilgerherberge weiter führt. Vor dem Haus findet sich ein sitzender Pilger am modernen Brunnen. Es ist ein Ort der inneren Einkehr, der Ruhe, so wie es der Pilger immer wieder gerne sucht. Wenn Sie hier übernachten möchten, dann rufen Sie bitte zumindest einen Tag zuvor an.

Weiter führt uns am nächsten Tag der Pilgerweg mit dem mittlerweile schon gewohnten Symbol der Deutschen Jakobusgesellschaft, es geht ja unseren weiter gesteckten Zielen zu: Biberach, Steinhausen, Weingarten, der Bodensee mit Meersburg, Konstanz und dann später Einsiedeln werden erreichbar. So empfehlen wir folgende Pilgerführer bis zum Bodensee:

Fleischer, Gerhilde: Jakobusweg II, Ulm – Bad Waldsee, ISBN 978-3-7966-0905-3, 5. Auflage (2008),

Fleischer, Gerhilde: Jakobusweg, Bad Waldsee - Konstanz, ISBN 978-3-7998-5, (1996).